Wohnen nur noch für Reiche? Recherche zeigt Ausmaß der Mietenexplosion exemplarisch für Pflegefachkräfte
Eine aktuelle Recherche von CORRECTIV.Europe zeigt nicht nur, dass die Mieten europaweit in den letzten Jahren rasant gestiegen sind, sondern auch, dass sich Pflegefachkräfte das Wohnen kaum noch leisten können. In einem Abgleich von regionalen und nationalen Einkommensdaten von Pflegefachkräften mit Mieten aus 100.000 EU-Städten und Gemeinden zeigt die Analyse exemplarisch an den Pflegefachkräften die alarmierende Situation vom Menschen in sogenannten systemrelevanten Berufen. Für Pflegekräfte mit einem durchschnittlichen Gehalt bleibt eine Wohnung von gerade mal 45 m² in mehr als 15 % der Orte in der EU unbezahlbar! Dies betrifft auch Rheinland-Pfalz: In Kaiserslautern beispielsweise müssten Pflegefachkräfte über 45 % ihres Gehalts für eine 45 m² große Wohnung zahlen, in Ramstein-Miesenbach sogar über 74 %!
„Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit. Was ist das für eine Politik, die nicht einmal dafür Sorge tragen will, dass selbst Fachkräfte ein Dach über den Kopf haben? Es ist eine Politik, die sich die Profite von Wohnungs- und Klinikkonzernen zum Maßstab gemacht hat und nicht die tatsächlichen Belange der Bürger*innen. Das Ergebnis für Rheinland-Pfalz: Kliniken gehen insolvent, Fachkräftemangel und Wohnungsnot.“ So Rebecca Ruppert, Spitzenkandidatin der Linken.
„Statt das nächste Programm zur Fachkräftegewinnung aufzulegen, das ohnehin verpuffen wird oder eine Mietpreisbremse einzuführen, die nichts bremst, wollen wir einen echten Wandel: Zurück zur Wohngemeinnützigkeit und politischer Verantwortung, weil Wohnen für Menschen und nicht für Profite da ist!“ so die Forderung Julia-C. Stange, MdB.

