Mobilität in Stadt und Land

Die Frage der Mobilität ist von grundlegender sozialer Bedeutung und hat großen Einfluss auf die Lebensqualität der Menschen. Zum Beispiel trifft die Belastung durch Autos und LKWs vor allem diejenigen, die es sich nicht leisten können, von der Hauptverkehrsstraße wegzuziehen. Schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen prägen den Arbeitsalltag vieler Beschäftigter im Verkehrsbereich. Weltweit werden wegen Öl und Rohstoffen Kriege geführt und einheimische Bevölkerungsgruppen vertrieben und ausgebeutet – global betrifft das Thema Mobilität umfassend die Frage nach sozialer Gerechtigkeit. Wir wollen, dass Mobilität kein Luxus ist.
In Rheinland-Pfalz sind es vor allem die Menschen, die auf dem Land leben bzw. zwischen Stadt und Land pendeln, denen die Nutzung des ÖPNV erschwert wird. Die geringe Taktfrequenz von Bussen und Bahnen an vielen Orten, teils sogar das völlige Fehlen dieser Verkehrsmittel, in Kombination mit überhöhten Fahrpreisen, führt dazu, dass viele Menschen in ihrer Mobilität stark eingeschränkt und auf ihr Auto angewiesen sind. Ohne ein Auto sind sie so meist abgeschnitten von sozialer und kultureller Teilhabe. Dieser Zustand hat gleichzeitig negative Auswirkungen auf das Klima und die Luftqualität in Stadt und Land sowie auf die soziale Teilhabe und das Wohlbefinden der Menschen. Deshalb ist es dringend erforderlich, einen attraktiven, flächendeckenden und bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr für alle zu schaffen.
Kostenfreier ÖPNV

Der Umstieg vom Auto / Individualverkehr auf öffentliche Verkehrsmittel kann nur gelingen, wenn massiv in den Ausbau des ÖPNV investiert und seine Nutzung für alle möglich und vor allem verlässlich ist. Das heißt, dass der ÖPNV gut vernetzt, barrierefrei sowie kostenfrei sein muss. Daher wollen wir das Deutschlandticket wieder auf 9 Euro senken, Schüler*innen, Auszubildende, Studierende und Senior*innen sollen sofort den ÖPNV kostenfrei nutzen dürfen. Unser Ziel ist es, Bus und Bahn schrittweise kostenfrei für alle zu machen. Dafür wollen wir u.a. die Pendlerpauschale in eine sozial gerechte Mobilitätszulage umwandeln.
Wenn wir das Recht auf Mobilität auf diese Weise für alle umsetzen, leisten wir nicht nur einen Beitrag zur sozial gerechten Mobilität, wir schützen zugleich die Umwelt und das Klima. Denn Mobilität für alle muss klimafreundlich sein. Klimaschädliche Subventionen z.B. für Diesel, Kerosin und sogenannten Biokraftstoff wollen wir daher abschaffen und das Geld stattdessen in den Ausbau des ÖPNV investieren.
Besser vernetzen & Takte erhöhen
Wir wollen die Taktung von Bus und Bahn sinnvoll erhöhen und Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr besser miteinander vernetzen. Den Wirrwarr aus Verkehrsverbünden brauchen wir dafür nicht. Wir machen Verkehrspolitik aus einem Guss, ohne komplizierte Tarifstrukturen und Stückwerk. Dazu gehört, dass stillgelegte Bahnstrecken wieder belebt und von der Diesellok auf grünen Strom umgestiegen wird. Wir wollen einen Nahverkehr schaffen, der auch nach Schulschluss stattfindet und der verhindert, dass Riesenbusse leer durch die Landschaft gondeln. Stattdessen wollen wir eine Mobilitätsgarantie für den ländlichen Raum zwischen 6 bis 22 Uhr, für die z.B. ein modernes Flächenrufbussystem und dezentrale E-Carsharing-Angebote genutzt werden könnten.
Der Ausbau des Nahverkehrs schafft zudem Arbeitsplätze in Industrie und im Dienstleistungssektor für unsere Region. Mobilität für alle ist eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung, die uns allen zu Gute kommt. Daher sagen wir: Mobilitätswende jetzt!
Mobilitätswende: Jetzt!
Eine umfassende Mobilitätswende, die allen nützt, klimafreundlich und barrierefrei ist, ist eine Frage sozialer Gerechtigkeit und der Teilhabe an Kultur und Gesellschaft.
Daher fordern wir:
- Kostenfreier & attraktiver öffentlicher Nahverkehr
- Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken
- Mobilitätsgarantie für den ländlichen Raum zwischen 6 bis 22 Uhr
- Förderung von Ladepunkten für Elektrofahrzeuge
- Ausbau von Fuß- und Fahrradwegen
- Tempo 30 innerorts und Tempo 80 außerorts


