Wir vergessen nicht!
Rebecca Ruppert, Landesvorsitzende der Linken Rheinland-Pfalz, erklärt:
„Wer Menschen als Störung des Stadtbilds beschreibt, spricht ihnen ihre Zugehörigkeit ab. Genau aus dieser Entmenschlichung wächst tödlicher Hass. Hanau war kein Betriebsunfall – Hanau war das Ergebnis eines rassistischen Diskurses, der bis heute in die Parlamente reicht und nicht nur ein Problem der AfD ist.“
Am 19. Februar 2020 ermordete ein Rechtsterrorist in Hanau neun junge Menschen aus rassistischen Motiven. Zunächst eröffnete er am Heumarkt in der Innenstadt das Feuer in und vor Shisha-Bars, anschließend fuhr er in den Stadtteil Kesselstadt und tötete dort in und vor der „Arena Bar & Café“ weitere Menschen. Danach erschoss er in seiner Wohnung seine Mutter und dann sich selbst.
Vor Kurzem ist ein weiterer Betroffener, Ibrahim Akkuş, an den gesundheitlichen und psychischen Folgen des Anschlags verstorben. Damit hat dieser rassistische Terrorakt ein weiteres Leben gefordert. Hanau ist nicht vorbei. Hanau wirkt nach.
Der Täter handelte aus einem geschlossenen rassistischen Weltbild heraus. Er veröffentlichte ein Manifest voller Hass, Verschwörungsideologien und Vernichtungsfantasien. Diese Ideologie fällt nicht vom Himmel. Sie wächst in einem Klima, in dem Menschen aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft oder ihres Namens permanent infrage gestellt werden. Dass man im deutschen Diskurs aus Hanau nicht zu lernen bereit ist, zeigte Bundeskanzler Friedrich Merz erst vergangenes Jahr, als er Migration als ein „Problem für das Stadtbild“ bezeichnete und damit eben vor allem jene Orte meinte, welche sich der Täter von Hanau bewusst als Ziel für seinen Terror aussuchte.
Rebecca Ruppert, Landesvorsitzende der Linken Rheinland-Pfalz, erklärt:
„Wer Menschen als Störung des Stadtbilds beschreibt, spricht ihnen ihre Zugehörigkeit ab. Genau aus dieser Entmenschlichung wächst tödlicher Hass. Hanau war kein Betriebsunfall – Hanau war das Ergebnis eines rassistischen Diskurses, der bis heute in die Parlamente reicht und nicht nur ein Problem der AfD ist.“
Jens Schwaab, innenpolitischer Sprecher der Linken Rheinland-Pfalz, fordert konkrete Konsequenzen: „Wir brauchen endlich einen massiven Ausbau unabhängiger Beratungs- und Meldestellen für Betroffene rassistischer Gewalt, viele Betroffene bleiben allein. Das ist ein politisches Versagen. Wer es ernst meint mit dem Kampf gegen Rassismus, muss Betroffene schützen und Strukturen schaffen, die hinschauen statt wegzusehen.“
Sechs Jahre nach Hanau sagen wir klar: Rassismus tötet. Und wer rassistische Bilder in die Mitte der Gesellschaft trägt, darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Erinnerung heißt Widerstand – gegen rechte Gewalt, gegen ihre ideologischen Brandstifter und gegen jede Politik, die Menschen entwürdigt.

