Rassismus in der Verwaltung: Strukturelle Probleme werden immer offensichtlicher / Wer nicht sehen will, wird auch nicht hinschauen
Der Umgang mit dem Verein „Freies Institut für Soziale Interaktion“ (FIFSI) lässt die strukturellen Probleme der Stadt beim Verdacht rassistischen Handelns in der Verwaltung sehr deutlich hervortreten (AZ 23.9.2026). Der migrantische Verein wollte Räume im Haus der Jugend anmieten, die angeblich bereits belegt waren, während einige Zeit später eben diese Räume von einem (fiktiven) deutschen Verein angemietet werden konnten, was Fragen aufwirft. Bereits auf eine Anfrage der Linksfraktion in der Stadtratssitzung im Februar (0195/2026) als auch in einer Anfrage zur Erreichbarkeit des Beirates für Migration und Integration (0991/2026) sowie in der aktuellen Anfrage zur Auswertbarkeit rassistischer Vorfälle und Diskriminierung (1345/2026) wird der Anschein erweckt, dass so etwas derart selten vorkommt, dass eine Erwähnung oder eine statistische Erfassung keine Rolle spielt. „Hier bleibt die Stadt seit mehr als einem Jahr einem anerkannten freien Träger der Jugendhilfe und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Antworten schuldig und auf keiner Ebene in der Verwaltung bis hin zum obersten Dienstherren werden die Vorwürfe überprüft!“ so Carmen Mauerer, Co-Vorsitzende der Linksfraktion. „Wenn die internen Abläufe klar und eindeutig geregelt sind und die Stadt bei diesem hochsensiblen Thema tatsächlich ein Interesse daran hat, dass Verdachtsfällen konsequent nachgegangen wird, dann muss sie sich auch so verhalten.“ Die Linksfraktion habe bereits bei den Antworten auf ihre jeweiligen Anfragen dazu den Eindruck gehabt, dass es darum gehe, das Image als weltoffene und tolerante Stadt aufrechtzuerhalten – auf Kosten derjenigen, die mit ihrer berechtigten Kritik nicht durchdringen. „Das ist ein fatales Signal nicht nur in die migrantische Community.“ Ähnlich klingende Antworten der Verwaltung gab es auf eine Anfrage der Linksfraktion zum Thema „Sexuelle Belästigung und Diskriminierung“ im März 2026 (0417/2026).
