Pflege braucht Mitbestimmung, Gerechtigkeit und echte Reform — nicht Pflicht-Zwang und Bürokratie
Einladung zum Austausch am 20. Januar, 18 Uhr in Koblenz
„Wie weiter mit der Pflegekammer RLP?“
Zur aktuellen Diskussion über die Zukunft der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz erkläre ich — Julia-C. Stange, Bundestagsabgeordnete der Linken für Rheinland-Pfalz und selbst Kollegin aus der Pflege:
Pflege braucht Mitbestimmung, Gerechtigkeit und echte Reform — nicht Pflicht-Zwang und Bürokratie
Einladung zum Austausch am 20. Januar, 18 Uhr in Koblenz
„Wie weiter mit der Pflegekammer RLP?“
Zur aktuellen Diskussion über die Zukunft der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz erkläre ich — Julia-C. Stange, Bundestagsabgeordnete der Linken für Rheinland-Pfalz und selbst Kollegin aus der Pflege:
„Pflege braucht Respekt und Mitsprache. Und bevor über die Zukunft der Pflegekammer entschieden wird, müssen die Pflegekräfte selbst das Wort haben. Eine Befragung ist absolut richtig — aber nur, wenn sie wirklich unabhängig, klar und transparent durchgeführt wird. Halbherzigkeit, politische Einflussnahme oder intransparente Verfahren dürfen dabei keinen Platz haben.“
Viele Kolleg*innen erleben die Pflichtmitgliedschaft und die damit verbundenen Beiträge als zusätzliche Belastung.
Wenn eine Kammer bestehen soll, dann muss sie freiwillig sein, demokratisch legitimiert und von der Basis getragen werden — nicht von Zwang und Bürokratie.
Warum wir als Linke die Pflegekammer kritisch sehen — und was sich ändern muss
Die Landespflegekammer erhebt Beiträge von durchschnittlich etwa 140 Euro jährlich und verpflichtet rund 40.000 Pflegefachpersonen zur Mitgliedschaft. Für viele bedeutet das: viel Verwaltungsaufwand bei wenig erlebtem Nutzen.
Hinzu kommt: Wichtige Bereiche der Pflege sind in der Kammer kaum oder gar nicht repräsentiert — Pflegehilfskräfte, Altenpflege, der ambulante Bereich und die vielen Kolleg*innen in privaten Haushalten. Die Realität der Pflege ist vielfältig, aber in der Kammer spiegelt sich diese Vielfalt bisher kaum wider.
Was die Kammer tatsächlich erreicht hat, bleibt für viele unklar. Berufs- und Fortbildungsordnungen allein reichen nicht aus, um den Alltag der Pflegekräfte spürbar zu verbessern.
Für uns ist deshalb klar: Eine Pflegekammer darf nur auf freiwilliger Basis bestehen — und muss echte Basisdemokratie garantieren.
Unsere Forderungen: Pflegepolitik für Menschen, nicht für Verwaltungen
Als Fachkinderkrankenschwester und Bundestagsabgeordnete setze ich mich dafür ein, dass Pflege nicht zum Verwaltungsakt wird, sondern ein Beruf bleibt, der auf Professionalität, Respekt und Solidarität aufbaut.
Wir fordern:
- Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft und der Beitragspflicht – zugunsten einer freiwilligen Kammerstruktur, die von den Pflegekräften getragen wird.
- Stärkung echter Mitbestimmung, bei der alle Bereiche der Pflege beteiligt werden: Fachpflege, Altenpflege, Pflegehilfskräfte, ambulante Pflege und private Haushalte.
- Investitionen in Personal, Arbeitsbedingungen, Qualität und zivile Infrastruktur, statt in zusätzliche Bürokratie: mehr Zeit, bessere Bezahlung, faire Tarifverträge und verlässliche Personalausstattung.
- Ein Pflegesystem, in dem Pflegekräfte und pflegebedürftige Menschen wirklich mitgestalten können – statt undurchsichtiger Strukturen, die an den Bedürfnissen der Basis vorbeigehen.
Schlusswort – und herzliche Einladung
„Pflege“ darf nicht synonym sein mit Bürokratie, Pflichtbeiträgen und Zwang. Sie muss geprägt sein von Solidarität, Mitbestimmung und einer gerechten Finanzierung. Eine Mitgliederbefragung kann ein wichtiger Schritt sein — aber sie muss unabhängig, neutral und transparent sein, damit die Stimmen der Pflegekräfte unverfälscht gehört werden.
Ich stehe an der Seite derjenigen, die jeden Tag Pflege leisten. Und ich setze mich dafür ein, dass ihre Professionalität, Erfahrungen, Sorgen und Ideen nicht in einer bürokratischen Maschine verloren gehen, sondern zu einer ehrlichen Reform führen, die den Menschen gerecht wird.
Einladung nach Koblenz
20. Januar, 18 Uhr
Austausch von Pflegekräften mit Politik, Gewerkschaften und Pflegekammer
„Wie weiter mit der Pflegekammer RLP?“
Ich freue mich über jede Kollegin und jeden Kollegen, die/der dabei sein möchte — denn Pflege braucht eine starke, unabhängige Stimme: Eure Stimme. Seid dabei!

