All Eyes on Sudan

Jens Schwaab

„Im vergangenen Jahr hat die Bundesrepublik Rüstungsgüter im Wert von fast 150 Millionen an die Emirate verkauft. Es ist also auch in diesem Konflikt davon auszugehen, dass in Deutschland produzierte Waffen für Kriegsverbrechen genutzt werden“, so Jens Schwaab, Sprecher für Frieden und Abrüstung.

All Eyes on Sudan

Der Alltag der Zivilbevölkerung im ostafrikanischen Sudan ist geprägt von brutaler Gewalt, Vertreibung und Mord. Das Land befand sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nahezu durchgängig im Kriegszustand. Die Folgen dessen führen aktuell zu einer der größten Hungernöte der Welt. Im seit 2023 neu aufgeflammten Bürgerkrieg begehen Einheiten der Rapid Support Forces (RSF) fürchterlichste Menschheitsverbrechen an der nicht-arabischen und vor allem schwarzen Bevölkerung des Sudans. Medial findet dieser Konflikt in den vergangenen beiden Jahren kaum Beachtung.

„Die RSF verfolgen ein zutiefst rassistisches und menschenfeindliches Weltbild und töten ohne Zweifel in genozidaler Absicht“, so Jens Schwaab, Sprecher für Frieden und Abrüstung. Doch vollzieht sich dieser Konflikt nicht in einem Vakuum. Sudan ist der drittgrößte Standort für Goldabbau auf dem afrikanischen Kontinent. Dieses Jahr wurden fast 90% dieser Goldvorkommen in die Vereinigten Arabischen Emirate exportiert. Im Gegenzug gelten die Emirate als wichtigster Unterstützer der RSF.

„Im vergangenen Jahr hat die Bundesrepublik Rüstungsgüter im Wert von fast 150 Millionen an die Emirate verkauft. Es ist also auch in diesem Konflikt davon auszugehen, dass in Deutschland produzierte Waffen für Kriegsverbrechen genutzt werden“, so Schwaab weiter.

Die Bundesregierung muss umgehend deutlich Stellung gegen weitere Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate beziehen und den diplomatischen Druck auf diese erhöhen, den Krieg nicht aufgrund wirtschaftlicher Interessen weiter zu befeuern.