Mobilität

aus unserem Landtagswahlprogramm 2026

Mobilität ist Daseinsvorsorge und kein Luxus. Sie ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe – sei es Schule, Arbeit, Arztbesuche oder Ehrenamt. Der Zugang darf nicht vom Geldbeutel, Wohnort oder Autobesitz abhängen. Das Land muss sicherstellen, dass alle Menschen mobil bleiben – zu Fuß, mit Rad, Bus oder Bahn. Die Mobilitätswende soll niemanden überfordern. Dafür sollen Beratungsangebote helfen, den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel praktisch zu gestalten. Pendler*innen, Familien und Senior*innen sollen unterstützt und Kommunen bei nachhaltigen Mobilitätskonzepten begleitet werden.

Sorgenfreie Mobilität ist ein zentraler Beitrag für Lebensqualität, soziale Teilhabe und wirtschaftliche Stärke in Rheinland-Pfalz. Sie ermöglicht Menschen, unabhängig vom Einkommen oder Wohnort, sicher und zuverlässig zu pendeln, zur Schule zu kommen oder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Gleichzeitig stärkt sie den Wirtschaftsstandort, indem Fachkräfte und Güter zuverlässig transportiert werden können. Mit einer konsequenten Mobilitätswende investieren wir in Zukunft, Klimaschutz und Arbeitsplätze – und zeigen, dass Rheinland-Pfalz handlungs- und gestaltungsfähig ist.

Barrierefreie Mobilität ist wesentliche Voraussetzung für eine uneingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben, da sie den Zugang zu allen notwendigen Lebensbereichen wie Arbeit, Wohnen, Freizeit, Sport, Medien und sozialen Kontakten ermöglicht. Barrierefreie Mobilität bedeutet Lebensqualität und Selbstbestimmtheit. Besonders im Bereich des ÖPNV gibt es zahlreiche Mobilitätsbarrieren, von denen besonders Menschen mit Beeinträchtigungen betroffen sind und ihnen die selbständige Teilnahme und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erschweren bzw. sogar verhindern. Im Sinne einer barrierefreien Mobilität sind daher Wegeführungen notwendig, die allen Menschen das Erreichen ihres Ziels ermöglichen, z.B. durch durchgängige Blindenleitstreifen, ausreichend verfügbare und nutzbare Bordsteinabsenkungen, barrierefreie Fahrkartenautomaten oder auch rollstuhlgerechte PKW-Parkplätze.

„Mein Sohn kommt regelmäßig zu spät zur Schule, weil die Bahn nicht rechtzeitig kommt.“
Haustürgespräche in Mutterstadt

Deshalb fordert Die Linke:

  • Öffentlicher Verkehr als Rückgrat: Rheinland-Pfalz braucht einen verlässlichen, bezahlbaren ÖPNV. Wir fordern den Ausbau des ÖPNV, die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken und einen landesweiten Taktfahrplan. Ziel ist ein ticketloser, solidarisch finanzierter ÖPNV, bei dem alle, unabhängig vom Einkommen, mitfahren können.

  • Barrierefreiheit im ÖPNV: Damit auch alle einstiegen können, fordern wir barrierefreie, stufenlose Einstiege. Barrierefreie, behindertengerechte Ausstattung und ausreichende Frequenz des ÖPNV. 

  • Mobilität auf dem Land sichern: Alle Regionen müssen innerhalb von 60 Minuten ein Oberzentrum (zentrale Stadt) erreichen können. Dazu gehören Rufbusse, Mitfahrangebote, Carsharing und Radverbindungen. ÖPNV ist Daseinsvorsorge – für soziale Teilhabe und wirtschaftliche Entwicklung gleichermaßen. Für Regionen, die noch nicht an das Schienennetz angebunden sind, wird ein Fernbussystem eingerichtet.

  • Rad- und Fußverkehr stärken: Ein landesweites Radwegenetz mit baulich getrennten Radschnellwegen, sicheren Verbindungen im ländlichen Raum und beleuchteten Wegen erhöht Lebensqualität, Gesundheit und Klimaschutz. Außerdem wollen wir Schulwege durch Querungshilfen, Tempo-30-Zonen und Vorrang für Fußgänger*innen sicherer gestalten.

  • Internationale Bahnverbindungen fördern: Rheinland-Pfalz liegt im Herzen Europas – diese Lage verpflichtet. Wir fordern den Ausbau des internationalen Bahnverkehrs, dazu gehören eine Regionalbahn zwischen Mainz und Straßburg und der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt – Paris über Mainz, Trier und Luxemburg.

  • Gütertransport auf die Schiene: Damit der Gütertransport auf die Gleise kommt, setzen wir uns ein für Investitionen in Umschlagbahnhöfe und Gleisanschlüsse für Betriebe. Zusätzlich setzen wir uns ein für die Elektrifizierung aller Bahnstrecken, den Einbau neuster Signaltechnik und den Ausbau von Lärmschutz.

  • Langfristige Infrastrukturplanung: Infrastrukturplanung muss langfristig, planbar und finanziell gesichert erfolgen, analog zum Schweizer Modell. Gelder aus Straßenneubauten und fossilen Subventionen sollen in Bahn, Bus und Radwege umgelenkt werden. Der Fokus muss auf dem Ausbau klimafreundlicher Mobilität liegen.

  • Flughafen Hahn zukunftsfähig machen: Der Flughafen Hahn soll nachhaltig umgenutzt werden, z. B. als Zentrum für Bildung, Forschung, Logistik und grüne Technologien.

  • Faire Arbeit und Finanzierung: Tarifbindung, Mitbestimmung und gute Arbeitsbedingungen in allen Verkehrsunternehmen sind unerlässlich. Privatisierung, Dumpinglöhne oder Leiharbeit lehnen wir ab.