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Carlotta Stahl

Bewerbung um Listenplatz 7 der Landesliste Landtag

Liebe Genoss*innen,

hiermit möchte ich mich für Listenplatz 7 auf der Landesliste zur Landtagswahl 2021 bewerben.

Ich bin Carlotta Stahl, 22 Jahre alt und lebe in der Mainzer Neustadt. Hier bin ich seit meinem Umzug im Jahr 2016 aktiv in der Linken Mainz/Mainz-Bingen. Zuvor habe ich in Bingen gelebt, wo ich 2016 schon gemeinsam mit den Genoss*innen vor Ort den Landtagswahlkampf geführt habe.

Seit 2016 bin ich Mitglied im Kreisvorstand; zunächst als Beisitzerin, bis mir meine Mainzer Genoss*innen Anfang 2018 ihr Vertrauen geschenkt haben und mich zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt haben. Während meiner Amtszeit habe ich insbesondere die Seebrücke-Bewegung in Mainz und den feministischen Stammtisch in unserem Kreisverband gegründet, mit dem wir letztes Jahr die Initiative gestartet haben, zusammen mit anderen Frauen* in Mainz sowohl eine Aktionswoche als auch eine große Demo zum Frauen*kampftag zu organisieren.

Den größten Teil meiner Zeit verbringe ich gerade mit meinem Studium; ich studiere im 8. Semester Jura und bin gerade in meiner Examensvorbereitung, mein Examen werde ich voraussichtlich nächstes Jahr abschließen. An der Hochschule bin ich in der Linken Liste und dem Sozialistisch Demokratischen Studierendverband (SDS) aktiv. Dank meines Stipendiums der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist es mir möglich, mich in meiner Freizeit politisch einzubringen und außeruniversitär fortzubilden. Ende Februar werde ich mein Schwerpunktexamen unter anderem in dem Fach „Deutsches und europäisches Arbeitsrecht“ ablegen. Mein Studium erlaubt mir viele Einblicke in verschiedene Lebensbereiche; insbesondere das (kollektive) Arbeitsrecht hat es mir dabei angetan und meine schon vorher vorhandenen Überzeugungen durch praktische Bezüge vertieft.

Denn wir sehen es überall: Immer mehr Menschen sind vom Verlust ihres Arbeitsplatzes bedroht. Durch Leiharbeit verlieren Arbeitnehmer*innen ihre Sicherheit und ihre Beteiligungsrechte. Immer noch verdienen Frauen* im Schnitt für gleiche Arbeit weniger als gleich qualifizierte Männer. Auszubildende werden in vielen Betrieben als billige Arbeitskraft für anspruchslose Aufgaben eingesetzt, die Inhalte der Ausbildung stehen dabei hinten an. Arbeitszeit wird immer weiter ausgedehnt und flexibilisiert; besonders Menschen mit Familien müssen einen unmöglichen Spagat zwischen Arbeit und Privatleben hinlegen. Überstunden sind für die meisten arbeitenden Menschen an der Tagesordnung. Viele Menschen sind trotz Arbeit arm. Hartz 4 bedeutet für die, die keine Arbeit haben, ein menschenunwürdiges Leben. Immer weniger Menschen können von ihrer Rente nach einem Leben harter Arbeit ein gutes Leben führen.

Daher ist es mir besonders wichtig, mich für Arbeitnehmer*innenrechte stark zu machen. Dazu möchte ich mich in der Landespolitik und im Landtag einbringen; meiner Meinung nach müssen wir es als Linke wieder schaffen, offen über den Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit zu sprechen und uns kompromiss- und bedingungslos an die Seite derjenigen zu stellen, die nicht auf der Seite des Kapitals stehen und dadurch weiter kleingehalten und ausgegrenzt werden.

Als aktive Gewerkschafterin engagiere ich mich außerdem beim „Projekt Demokratie und Mitbestimmung“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes, bei dem wir regelmäßig in Berufsschulklassen über den Interessengegensatz aufklären und den Schüler*innen Gewerkschaften vorstellen und näherbringen. Dort sehe ich, wie wenig Klassenbewusstsein in unserer Gesellschaft vorhanden ist und wie viel Akzeptanz die Auszubildenden für ihre schlechten Ausbildungsbedingungen haben, schließlich wird ihnen überall suggeriert, dies sei „normal“. Wir wollen durch das Projekt den Schüler*innen daher demokratische Mitbestimmung im Betrieb näherbringen und sie dafür begeistern. Es ist mir besonders wichtig, mehr Menschen dafür zu sensibilisieren, ihre Rolle im kapitalistischen System zu erkennen – dies funktioniert besonders durch Aufklärung und dadurch, dass wir es immer und immer wieder betonen: Im Kapitalismus kann die Mehrheit nur verlieren.

Daher müssen wir wieder lauter darüber sprechen, wofür wir kämpfen – den demokratischen Sozialismus. Nur so können wir tatsächlich Verbesserungen für die Mehrheit erreichen und uns aus der Rolle der Unterdrückten befreien.

Daher müssen wir den enormen Ausbau der Rechte von Arbeitnehmer*innen fordern, die verpflichtende Tarifbindung von städtischen und rheinland-pfälzischen Behörden bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und Unternehmen sowie die enorme Eingrenzung von Leiharbeit und ihre langfristige Abschaffung. Die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro und die sofortige Abschaffung der sachgrundlosen Befristung müssen Kernthemen werden. Die Stärkung der (Verbands-)Klagerechte für Gewerkschaften bei Umgehung ihrer Tarifverträge ist unumgänglich für die wirksame Durchsetzung von Tarifverträgen und Arbeitnehmer*innenrechten. Auch das Thema der Integration ist mit dem Kampf um gute Arbeit verbunden – wer Arbeit hat und dafür wertgeschätzt wird, der kann in unserer Gesellschaft viel einfacher Fuß fassen. Die Möglichkeit der – auch verlängerten – Ausbildung für Geflohene, insbesondere bei Auszubildendenmangel im Handwerk, muss institutionalisiert und vereinfacht werden. Die Erhaltung und Schaffung neuer Arbeitsplätze ist nur möglich durch eine sozial-ökologische Wende, die wir gleichermaßen vorantreiben müssen. Der öffentliche Sektor muss weiter gestärkt werden, die Privatisierung und Streichung von Stellen im öffentlichen Dienst müssen sofort beendet werden; auch müssen im öffentlichen Dienst mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden. Betriebliche Mitbestimmungsrechte sollen stärker werden, das Landespersonalvertretungsgesetz muss ausgebaut werden; nur so können wir eine Demokratisierung der Arbeit erreichen und den Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital verkleinern und langfristig abschaffen.

Wir müssen eine echte und glaubwürdige Vertretung für diejenigen sein, die in unserer Gesellschaft immer wieder zurückgelassen werden – das können wir nur, indem wir unser Kernthema beim Schopfe packen: Wir brauchen gute Arbeit, Löhne, für die es sich zu arbeiten lohnt, und eine gesicherte Rente – und zwar für alle.

Deshalb bitte ich Euch um Euer Vertrauen, um (unter anderem) diese Themen im Wahlkampf groß zu machen und den Menschen in Rheinland-Pfalz und sonst überall zu zeigen: Die Partei, die für gute Arbeit für alle Menschen in Rheinland-Pfalz kämpft und sich nicht verbiegt für Großkonzerne oder Banken, das sind wir! Nur durch eine starke Linke im Landtag können Armut, Ausgrenzung und Ausbeutung bekämpft werden. Wir sind die Stimme gegen den Kapitalismus und für die Mehrheit, für den demokratischen Sozialismus.

Für Fragen stehe ich Euch unter carlotta.stahl@dielinke-mz.de zur Verfügung.

Herzliche, solidarische Grüße

Carlotta Stahl