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Katrin Werner, MdB

Verteilung von Jodtabletten nur Placebopolitik zur Beruhigung der Bevölkerung

Thommy Weiss / pixelio.de

„Die Verteilung von acht Millionen Jodtabletten an Kommunen und Städte in Rheinland-Pfalz ist Augenwischerei. Die Tabletten sollen vor allem die Bevölkerung beruhigen, viel helfen können sie bei einem Atomunfall in Thiange (Belgien) oder Cattenom (Frankreich) nämlich auch nicht“, kommentiert die Trierer Bundestagsabgeordnete Katrin Werner die Ankündigung des Landes.

„Zwar ist die dezentrale Verteilung sicherlich sinnvoller, als die Tabletten zentral an nur einem Punkt zu lagern. Es bleiben aber viele Unwägbarkeiten, die die Sinnhaftigkeit der ganzen Maßnahme infrage stellen. Wie soll etwa gewährleistet werden, dass gerade in größeren Städten kein Verkehrschaos entsteht, wenn alle zur Ausgabestelle strömen? Und ist es überhaupt sinnvoll, die Ausgabestellen aufzusuchen, wenn man sich dadurch ins Freie begeben muss und sich so der radioaktiven Wolke aussetzt? Auch ist es fraglich, ob in grenznahen Regionen die Ausgabe schnell genug erfolgen kann. Zumal die Jodtabletten zum genau richtigen Zeitpunkt eingenommen werden müssen, damit sie überhaupt einen gewissen Schutz vor Schilddrüsenkrebs bieten. Daneben gibt es mögliche Nebenwirkungen, weshalb zum Beispiel Menschen über 45 Jahre im Notfall gar keine Tabletten einnehmen sollen. Das Einzige was wirklich hilft, ist die Abschaltung aller Atomkraftwerke – der Rest ist Placebopolitik“, so Werner abschließend.