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Bernhard Bohnsack, Stadtrat DIE LINKE Idar-Oberstein

LINKE Idar-Oberstein : Stadtrat Bernhard Bohnsack zu "Die Ursachen der Essener Tafelkrise"

Armut produziert Verteilungskämpfe

Als Leser der Nahezeitung stimme ich der Einschätzung der Landesvorsitzenden der Tafeln für Rheinland Pfalz und Saarland zu. Allerdings bezweifle ich das die Einrichtung eines Armutsbeauftragten zielführend ist um das Problem der Verarmung großer Bevölkerungsteile zu stoppen. Die Probleme der Essener Tafel ist ein Versagen der Politik. Ein Beispiel dafür ist die Nichteinmischung unserer Bundeskanzlerin Merkel. Sie handelt nach dem Motto : „Problem erkannt aber nicht gebannt.“ Ich unterstelle ihr nicht ein fehlendes Mitgefühl aber sehr wohl die Kraft und den Willen von ihrer Richtlinienkompetenz Gebrauch zu machen. Statt dessen werden mit unseren Steuergeldern antidemokratische und menschenverachtente Regierungsregime mit Millionenbeträgen unterstützt um Flüchtlinge abzufangen deren Fluchtursachen wir mit Rüstungslieferungen und wirtschaftlicher Ausbeutung selbst gesetzt haben.

Ich bin beschämt über jene Politiker die sich aus eigenützigen Gründen den Lobbyisten verschrieben haben. Die nicht in der Lage sind die berechtigten Nöte und Sorgen ihrer Wählerschaft zu erkennen. Die es nicht auf die Reihe kriegen die Leistungen nach BSHG/ALG.II zeitgleich entsprechend den Lohnsteigerungen/ allgemeinen Einkommensverbesserungen zu erhöhen um das auseinander gehen der Einkommensschere wenigstens zu verlangsamen. Der Verteilungskampf in den unteren Einkommensschichten verschärft sich und treibt sie der Rechtsradikalen Partei zu. Tafelautos die Essen nach Bedürftigkeit und nicht nach Staatsangehörigkeit sammeln werden werden zunehmend diffamiert. Viele Kommunen und Stadtverwaltungen sind durch Berliner Gesetze so hoch verschuldet das sie kurz vor der Insolvenz stehen und Sozial und Kultureinrichtungen schließen müssen. Die Lösungsansätze ihrer Kommentatorin Eva Quadbeck sind Schnellschüsse ins Blaue denn sie hat offenbar die Ursachen der Tafelkrisen nicht erkannt. Herr Groh-Woike von der Idar-Obersteiner Tafel zitiert zu Recht in seinem Interview die Süddeutsche Zeitung, Mehr muß man dazu auch nicht sagen.

Man muß sich schämen das es im reichsten Land Europas in einem Land dem es wirtschaftlich so gut geht und in dem die Steuerüberschüsse fließen, Einrichtungen wie die Tafeln gibt. Ich denke dabei ans Mittelalter in dem die Armen auch vor den Suppenküchen der Kirchen standen und um Brot betteln mußten um nicht zu verhungern. Heute muß zwar keiner mehr verhungern aber es erfrieren Obdachlose Menschen in unseren Städten. In unserem reichen Land stehen Bedürftige in der Menschenschlange um Lebensmittel an. Ein Zustand der mich wütend macht und mich an einer gerechten Gesellschaft zweifeln läßt. Ein beklagenswerter Zustand der sich auch durch eine GroKo nicht wesentlich ändern wird.

Bernhard Bohnsack 55743 Idar-Oberstein