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LINKE BIR - Tanja Krauth: Sage NEIN zur AfD!

Redebeitrag: Demo gegen AfD-Parteitag Messehalle Idar-Oberstein am 05.09.2020

Tanja Krauth, Vorsitzende Kreisverband DIE LINKE Birkenfeld und Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE Rheinland-Pfalz

Liebe Mitstreiterinnen, Liebe Mitstreiter,

Wir sind heute zusammen gekommen, um gemeinsam gegen Rassismus, Sozialabbau und Neoliberalismus zu kämpfen.

Unter dem Motto:"Nie wieder Faschismus",demonstrieren wir gegen den Landesparteitag der AfD!

Als wir vor ca. 10 Jahren Flyer für den Wahlkampf in Birkenfeld verteilt haben, wurden wir auf Übelste von einem jungen Mann beschimpft, der auf seinem Balkon stand, die Deutschlandfahne gehisst, und in Goebbels Manier meinte:" Wir sollten es bloß nicht wagen, Flyer in seinen Briefkasten zu werfen". Damals schon sagte ich in meinem Bekanntenkreis: "Die Rechten sind wieder am Kommen". Ich wurde belächelt mit dem Beisatz: "Du spinnst doch!" Ich wollte, ich hätte Unrecht gehabt!

Aktuell ist die AfD keineswegs die einzige politische Kraft, die den Rechtsruck und den Anstieg des Rassismus in Deutschland mit vorantreibt und davon profitiert. Aber sie ist Sammelbecken und Kristallisationspunkt der erstarkenden Rechten.

Völkisches, rassistisches, antidemokratisches und frauenfeindliches Denken war von Anfang an Teil ihrer Politik.
In einem Lokal im Kreis Birkenfeld, saß ich vor ca 4 Jahren an der Theke mit 2 Bekannten von mir, und ein junger Mann aus der rechten Szene baute sich herrisch vor mir auf und meinte: "Wie man sich denn mit mir abgeben könne, ich solle mal in den Spiegel schauen, wie ich denn aussehe". Als ich ihm dann antwortete, er solle sich mir gegenüber nicht im Ton vergreifen, steigerte sich dieser immer mehr in Wut und Aggression hinein. Meine 2 männlichen Bekannten, die neben mir saßen, versanken immer mehr in Ihren Sitzen und sagten kein Wort. Als sich besagter junger Mann dann auch noch dem Wirt gegenüber im Wort vergriff, wurde er des Lokales verwiesen. Einer meiner 2 Bekannten meinte: "Ich dachte der haut dir jetzt eine in die Fresse". Da hab ich nur gedacht: " Vielen Dank auch für die nicht erfolgte Unterstützung". Lediglich der Wirt zeigte Zivilcourage, als er den pöbelnden Gast des Hauses verwies. Und dafür bin ich heute noch dankbar.

Im letzten Kommunalwahlkampf wurde ein Personenplakat von mir beschmiert mit "Die Rechte" und ein Penis, ich merke an: er war sehr klein, wurde neben meinen Kopf gemalt.

Wenn die Damen und Herren denken, sie könnten mich dadurch einschüchtern,dann haben sie sich geschnitten. Die AfD steht für ein Familienmodel der 1950er Jahre. Frauen sollen Kinder bekommen und sich um die Familie kümmern, während die Männer arbeiten sollen bis zum Umfallen.

Gleichgeschlechtliche Ehen und die Anerkennung unterschiedlicher Lebensmodelle lehnt sie ab. Im Allgemeinen ist es üblich, dass die Rechten Frauen, die nicht ihrem „Frauen-an-den-Herd-Weltbild“ entsprechen, mit Sexismus begegnen. Da sag ich nur: Ihr Frauen, lasst auch uns gemeinsam gegen Rechts kämpfen lasst uns gemeinsam sexistischen Anfeindungen entgegen stehen! Ich finde wir sollten uns da breit aufstellen. Lasst uns ein Bündniss "Frauen gegen Rechts" gründen!!!!

Der AfD geht es nicht um soziale Politik, sondern um eine Spaltung der Menschen anhand ihres Passes und die Bevorzugung vermeintlicher Leistungsträger. Sie vertritt die Interessen einer kleinen wohlhabenden Minderheit gegen die Interessen derjenigen, die eh schon wenig haben. Sie möchte Erbschaftssteuer und Vermögensteuer abschaffen – Ein Geschenk vor allem für die Reichen. Massive Verluste in den Steuereinnahmen der Länder und damit weniger Ressourcen für öffentliche Infrastruktur, Bildung oder Pflege wären die Folge. Was die AfD einen »schlanken Staat« nennt, ist nichts anderes als ein Staat, der nicht sozialen Zwecken dient, sondern den Interessen der Unternehmen.

Die AfD will das Renteneintrittsalter abschaffen. In Rente soll nur gehen können, wer 45 Jahre eingezahlt hat. Ausbildungszeiten oder Hartz IV wird abgezogen. Das bedeutet für die meisten: Rente mit 70 oder mehr. Auch Leiharbeit, Werkverträge und Zeitarbeit will die AfD beibehalten und immer wieder fordern Spitzenfunktionäre die Absenkung des Hartz-IV-Satzes. Bei der Arbeitsmarktpolitik richtet sich die AfD offen gegen die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und sozial Benachteiligten. Sie will Steuern für Unternehmen und Konzerne senken. Viele AfD-Mitglieder sind selbst Unternehmerinnen und Unternehmer und haben vor allem ihre eigenen Interessen im Blick. Im vergangenen Bundestagswahlkampf erhielt die AfD viele Spenden von Wirtschaftsführern.

Als ich 12 Jahre alt war hörte ich im Geschichtsunterricht erstmals von Sophie und Hans Scholl. Widerstandskämpfer im Dritten Reich. "Die weiße Rose" Hans und Sophie hatten mir damals sehr imponiert. Und bis heute hat diese Strahlkraft nicht nachgelassen. "Im Widerstand wäre ich damals gewesen", hatte ich mir als kleines Mädchen gedacht.
Angesichts einer Partei, die im Bundestag sitzt und das NS-Regime für „einen Vogelschiss der Geschichte“ hält, die gegen Andersdenkende und Andersgläubige hetzt, unter der das Schicksal der Geschwister Scholl oder von Anne Frank, deren Geschichte mich im Alter von 11 Jahren so ergriffen hatte, dass ich das Tagebuch mehrere Male gelesen habe, wieder möglich scheint, frage ich mich: hat man aus der Geschichte nichts gelernt?

Ich bin kämpferisch und nicht sprachlos.Wie wir alle hier!!!!

Wir sagen NEIN!

Nein zu Rassismus!

Nein zu Sexismus!

Nein zu Faschismus!

Nein zur AfD!

Rassismus, Sexismus und Demokratiefeindlichkeit – dafür steht die AfD!

Der Kampf gegen Rassismus und die AfD ist Aufgabe aller, die eine offene Gesellschaft anstreben.

Darüber hinaus gilt es, Rassismus an der Wurzel zu bekämpfen und dieser menschenverachtenden Ideologie den sozialen Nährboden zu entziehen. Der Sozialabbau der vergangenen Jahre

hat es der extremen Rechten leicht gemacht, an die realen Abstiegsängste großer Teile der Bevölkerung anzuknüpfen und nationalistische Scheinlösungen anzubieten.

Gegen völkisch-nationale Hetze stellt DIE LINKE internationale Solidarität und soziale Gerechtigkeit für alle!

Eine Umverteilung des Reichtums kann ein gutes Leben für alle hier lebenden Menschen ermöglichen. Dafür braucht es den Mut, sich mit den Reichen und Mächtigen anzulegen – und natürlich auch mit der AfD!

Manch einer meint, ich wäre zu aggressiv in meinem Tonfall. Dazu sage ich: Nur diesen Tonfall verstehen Sie!!!

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter: Nie wieder soll ein pöbelnder Mob, Minderheiten durch die Straßen treiben! Nie wieder sollen Hass und Gewalt unsere Gesellschaft dominieren!

Und ich habe es bereits im letzten Sommer gesagt, als wir in Baumholder standen und gemeinsam gegen ein Sommerfest der Rechten in Ruschberg demonstrierten: Und ich sage es immer wieder:

" Hört gut zu, und gebt gut Acht ihr Rechten:

Ihr werdet Widerstand erfahren!"

Und der Widerstand wächst,

er wächst kontinuierlich und stetig.

Wir alle Gemeinsam - Wir sind Mehr!!!!!

Danke