Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Katrin Werner und Melanie Wery-Sims

Heimunterricht: Gleichberechtigt ins Leben starten

Die infolge der Corona-Krise notwendigen Schulschließungen machen deutlich, dass es nicht nur eine Ungleichheit zwischen einzelnen Schulen und Schulformen gibt. Die Verlagerung auf Telelearning und Homeschooling wirft soziale Fragen auf, zu denen Landesvorsitzende Katrin Werner, MdB, und Melanie Wery-Sims, Vorsitzende DIE LINKE. Bernkastel-Wittlich und selbst Mutter von vier Kindern, Stellung beziehen:

Melanie Wery-Sims: „Deutlich wird: Die soziale Schere öffnet sich immer weiter und die Kinder sind die Leidtragenden. In den meisten Schulen kommen die Aufgaben nun via E-Mail und es werden online-Portale genutzt, zu denen auch die Lehrerinnen und Lehrer Zugriff haben. Diese Angebote bringen jedoch denen nichts, die finanziell nicht gut gestellt sind: Nicht jede Familie besitzt einen entsprechend konfigurierbaren Computer oder Drucker, viele haben keine auszureichende Internetverbindung. Es geht um Chancengleichheit – alle müssen unter gleichen Bedingungen lernen können. Um ein einheitliches Lernen für alle zu gewährleisten, müssen wir auch garantieren, dass alle die gleichen Grundvoraussetzungen haben. Daher fordert DIE LINKE schon lange die Lehr- und Lernmittelfreiheit und die muss natürlich auch alle Gadgets enthalten, die man für den digitalen Unterricht in der Schule und zuhause benötigt.“

Katrin Werner: „Um die jetzige Situation für alle Beteiligten zu entschärfen und um es allen Eltern möglich zu machen, ihre Kinder zuhause trotz der Isolationsmaßnahmen zu unterrichten, erwarten wir, dass die Jobcenter dies durch leistungs- und updatefähige Geräte sicherstellen. Deshalb müssen Menschen, die im SGB II-, SGB XII- und AsylbLG-Bezug sind, Leistungen zum Kauf eines entsprechenden Laptops oder Computers gewährt werden. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür gibt es im SGB II § 21 Abs. 6 SGB II (Mehrbedarf), im SGB XII § 73 SGB XII und im AsylbLG § 6 AsylbLG (sonstige Leistungen). Dies haben verschiedene Sozialgerichte bereits 2018 den Jobcentern aufgegeben. Heimunterricht muss unter grundlegend gleichwertigen Bedingungen stattfinden, um unseren Kindern einen gleichberechtigten Start ins Leben zu ermöglichen.“