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Fünf Fragen an ... Kim Brinkmann

Es ist mittlerweile gute Tradition, dass der Landesverband im Wahlkampf Interviews mit den Kandidierenden auf den vorderen Listenplätzen führt, die einen „Insider“-Einblick in das persönliche und politische Profil gewähren. In dieser Woche stellen wir unsere Fragen an Kim Brinkmann, Listenkandidatin auf Platz 3:

 

Liebe Kim, Du wurdest von den Parteidelegierten letztes Jahr auf Platz 3 der Landesliste gewählt. Welches Thema ist für Dich im Landtag von herausragender Bedeutung?

Mein Spezialgebiet ist die Bildungspolitik. Vom Kindergarten bis in die Berufsschule und die Universität, wir haben viel zu tun! Kleinere Klassen – und damit mehr Lehrkräfte – sind für uns der Schlüssel, um Kinder und Jugendliche nach ihren Bedürfnissen zu fördern. Eine echte Lehr- und Lernmittelfreiheit ist nötig, damit Schüler*innen aus Haushalten mit geringerem Einkommen ausreichend Material zur Verfügung haben und auch in Krisenzeiten beim Lernen auf Computer zurückgreifen können.

 

Im Zusammenhang mit einer zukunftsfähigen Bildungspolitik bezieht sich DIE LINKE grundsätzlich auf das Modell „Eine Schule für alle“. Was ist darunter zu verstehen?

Für uns ist Bildungsgerechtigkeit eine zentrale Forderung. Eine Schule für alle bedeutet die weiterführenden Schulformen zusammenzulegen und damit inklusives Lernen für leistungsstarke und -schwache Schüler*innen zu ermöglichen. Bis zur neunten Klasse wird zusammen unterrichtet, ab dann werden die Schüler*innen in verschiedenen Zweigen unterrichtet. Es gibt in Rheinland-Pfalz noch immer keinen Rechtsanspruch auf inklusive Beschulung und es gibt keine gesetzliche Regelung wie in anderen Bundesländern, dass grundsätzlich alle Schulen den Auftrag erfüllen müssen, inklusiv zu unterrichten. Da müssen wir ran.

 

Persönlich setzt Du Dich ganz besonders für Frauenrechte und gegen Diskriminierung ein. Wo gibt es für Dich Handlungsbedarf?

Es ist leichter zu beantworten wo es keinen Handlungsbedarf gibt. Ein Beispiel wäre jedoch, dass Tampons und Binden als derzeit noch mit 7% versteuert werden - ebenso wie Trüffel. Ich möchte behaupten, dass die Periode kein Luxusproblem ist. Und: Unsere Landesregierung schützt Frauen und Kinder noch immer nicht ausreichend vor Gewalt und sexuell motivierten Übergriffen. Landesweit sind die Frauenhäuser unterfinanziert, gibt es viel zu wenige Plätze. Bei uns werden die Verpflichtungen aus der so genannten Istanbul-Konvention, die eigentlich geltendes Recht sind, nicht annähernd erfüllt. Das wollen wir ändern.

 

… und wie steht es um das Thema Gleichberechtigung in Rheinland-Pfalz? Gibt es LINKE Positionen, die unbedingt in ein gutes Regierungsprogramm gehören?

Nach wie vor herrschen enorme Ungleichheiten bei Gehältern, Karrierechancen, Aufteilung der unbezahlten familiären Sorgearbeit und bei der Rentenerwartung. Weiblich dominierte Berufe müssen finanziell aufgewertet werden. Die Nutzung bestehender Gesetzesregulierungen bei der Verteilung der familiären Sorgearbeit und deren Ausbau soll zur echten Gleichberechtigung in den Lebensgemeinschaften, bei Alleinerziehenden und bei den Frauen führen, die sich bewusst für die berufliche Karriere entschieden haben.

 

Und zum Schluss: Was wird Deine erste politische Initiative im Landtag sein?

Meine erste politische Initiative wird das kostenfreie Schul- und Kitaessen sein. Kein Kind soll mit leerem Magen spielen und lernen müssen. Dies wäre ein erster Schritt in Richtung echter Bildungsgerechtigkeit.