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Erinnerung ist Auftrag: Den 8. Mai zum Gedenktag der Befreiung machen

75 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus ist der Kampf gegen den Faschismus so aktuell wie nie. Hierzu erklären die Landesvorsitzenden Katrin Werner und Jochen Bülow:

Der 8. Mai 1945 war der Tag der Befreiung Deutschlands, Europas und der Welt vom Faschismus und der Tag der Befreiung der wenigen überlebenden Opfer des Rassenwahns. Er war gleichzeitig der Tag der totalen Niederlage der deutschen Wehrmacht und aller anderen Anhänger der Nazidiktatur. Wir danken an diesem Jahrestag deswegen denen, die häufig ihr Leben, oft ihre Gesundheit und immer viele Jahre ihres Lebens dem Kampf gegen das menschenverachtende System des Nationalsozialismus geopfert haben. Es ist ihr Verdienst, dass der vom Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg schließlich ebenso ein Ende fand wie das von Hitler verkündete „1.000jährige Reich“.

Aus diesem Grunde ist der 8. Mai, neben der Erinnerung an unaussprechliches Grauen und die unzähligen Opfer des Faschismus, auch ein Tag der Freude. Aber nicht nur deswegen muss der 8. Mai endlich ein gesetzlicher Feier- und Gedenktag werden. 75 Jahre nach Kriegsende ist der Kampf gegen den Faschismus wieder so aktuell wie nie: Rechtsextrem und rassistisch motivierte Gewalttaten nehmen besorgniserregend zu, wir erleben seit Jahren eine beispiellose Mordserie rechter Täterinnen und Täter, rechte Gewalt wird zunehmend alltäglich und rechtsextreme Weltbilder und Argumentationen werden immer gesellschaftsfähiger. Über das einst versprochene „Wehret den Anfängen“ sind wir längst hinaus, bundesweit sitzen Faschisten in Parlamenten und Behörden, unterrichten unsere Kinder, verrichten ihren Dienst bei Polizei und in der Bundeswehr. Die Erinnerung an den 8. Mai ist gleichzeitig der Auftrag, Faschismus nie wieder zuzulassen, denn Frieden und demokratische Entwicklung waren erst dann möglich, als der Faschismus militärisch besiegt war.

Der Bundestag sollte sich der historischen und gesellschaftlichen Dimension dieses Tages bewusst sein und den 75. Tag der Befreiung nutzen, um ein Zeichen gegen rechtes Gedankengut zu setzen und den Tag der Befreiung als einen Gedenktag für Humanität, Toleranz und Demokratie zu würdigen. Wir fordern, dass der Tag der Befreiung in der gesellschaftlichen Erinnerung den Platz bekommt, der ihm gebührt. Es ist an der Zeit, dem Vorbild Berlins zu folgen und den 8. Mai zu einem bundesweiten gesetzlichen Gedenk- und Feiertag zu machen.