Zukunft Zuhause 55+ / Linksfraktion meint: gute Idee mit kleinem Haken

Marin Malcherek

Die Wohnbau Mainz wirbt bei ihren Mieter*innen mit einem neuen Angebot: Menschen über 55, die in einer freifinanzierten Wohnung der Wohnbau leben und bereit und willens sind, sich zu verkleinern, erhalten die Möglichkeit, zu günstigen Bedingungen ihre Wohnung gegen eine kleinere zu tauschen. Garantiert wird dabei, dass der Quadratmeterpreis (nettokalt) der abzugebenden Wohnung in die neue übernommen werden kann. Dazu kommen weitere Vorteile. „Für Menschen, die bisher einen Umzug gemieden haben, weil sie eine kleinere Wohnung am Ende gleich teuer oder teurer als die liebgewonnene bisherige Wohnung käme, ist das sicher ein attraktives Angebot!“, so Martin Malcherek. Das müsse man anerkennen. „Aber: dass die Wohnbau jetzt so tut, als wäre das eine ganz uneigennützige Idee, ist schon dreist.“ Denn: die freiwerdende Wohnung kann selbstverständlich dann mit einem erhöhten Quadratmeterpreis neu vermietet werden. „Hier verhält sich die Wohnbau doch wie jedes Wohnungsunternehmen, das gewinnorientiert arbeitet! Und das war und ist ein Skandal, weil unser städtisches Wohnbauunternehmen damit genauso an der Mietpreisspirale dreht wie alle anderen auch“, erläutert Malcherek. „Daher fordern wir seit langem, dass mit dieser Logik gebrochen wird. Denn nur das würde dazu beitragen, dass auch die Angebotsmieten sinken.“ Das Problem seien – wie auch der Wohnungsmarktbericht 2025 für Mainz kürzlich aufgezeigt hat – nicht die Bestandsmieten. „Was wir brauchen sind günstige Wohnungen im Angebot – und zwar flächendeckend!“