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Beirat für Migration und Integration muss direkt erreichbar sein – Linksfraktion erwartet mehr Sensibilität beim Thema Rassismus und Diskriminierung von der Stadt

Carmen Mauerer

Die Linksfraktion hatte zur Stadtratssitzung am 17.6.2026 eine Anfrage zur Erreichbarkeit des Beirates für Migration und Integration eingebracht. Im Gegensatz zu Klimaschutzbeirat oder Seniorenbeirat nämlich gibt es keine direkte Erreichbarkeit über personifizierte Mailadressen oder Telefonnummern: Hinter den angegebenen Kontaktdaten steht die Geschäftsstelle, die direkt dem Büro des Oberbürgermeisters angegliedert ist.

„Stellen Sie sich vor, Sie haben in einer Mainzer Behörde rassistische Diskriminierung erlebt und suchen Unterstützung beim Beirat für Migration und Integration. Doch bevor Sie den Beirat erreichen, müssen Sie sich an das Büro des Oberbürgermeisters wenden – also an die Spitze jener Verwaltung, über die Sie sich möglicherweise beschweren möchten. Würden Sie diesen Schritt gehen?“, fragt Carmen Mauerer, sozial- und integrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion.

Gerade für sensible Anliegen brauche es Vertrauen und einen möglichst direkten Zugang. Der Beirat für Migration und Integration habe die Aufgabe, die Interessen von Menschen mit Migrationsgeschichte zu vertreten. Umso wichtiger ist es aus Sicht der Linksfraktion, dass dieser Zugang unabhängig und niedrigschwellig gestaltet ist.

Für Oberbürgermeister Nino Haase aber ist die bisherige Praxis kein Problem: Alle Anfragen würden weitergeleitet, das Verfahren habe sich bewährt.

„Aber man kann doch gar nicht wissen, ob sich manche Menschen gerade wegen dieser Struktur nie melden", so Carmen Mauerer. „Gerade nach rassistischen Erfahrungen braucht es Vertrauen und einen unabhängigen Zugang. Wer Betroffene erst durch die Verwaltungsstrukturen schickt, über die sie sich möglicherweise beschweren möchten, baut unnötige Hürden auf."

Die Linksfraktion hoffe nun, dass der Beirat für Migration und Integration die Diskussion aufgreift und selbst Wege findet, für Menschen mit sensiblen Anliegen direkter und unabhängiger erreichbar zu sein.

 

 

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